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Endlich wieder Theater!

Spiel auf Abstand, mit der Kamera und dem Telefon, Gesang hinter perlenbehangenen Masken... die Fantasie ließen das Regisseur-Duo Jan Preißler und Paula Thielecke gemeinsam mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin und der Dramaturgin sowie dem Ensemble in jeder Hinsicht spielen.

Im Frühling mussten wir unsere Theaterkarten für Schillers „Kabale und Liebe“ und den theatralen-musikalischen „Macbeth“ im Dresdner Staatsschauspiel leider Corona-bedingt wieder zurückgeben. Umso mehr freuten wir uns, dass seit September nicht nur Landheimfahrten, sondern auch Theaterbesuche wieder möglich wurden.

Schüler der Stufe IV erlebten im prächtigen großen Haus eine beeindruckende und sehr zeitgemäße Adaption von Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“. Spannend war es natürlich nicht nur, der Geschichte zu folgen, sich auf das Spiel der Schauspieler - besonders beeindruckend Philipp Grimm als Hans Castorp - einzulassen, sondern auch eine Inszenierung zu sehen, die all den Regelungen und Regularien der Hygienemaßnahmen vor und auf der Bühne standhalten muss. Wenn diese sogar noch Interpretationsspielraum öffnen - großartig.

Gedanken zur Geschlechteridentität, zu Ungleichbehandlung und Benachteiligung, Selbstbestimmung und, ja, einer vielleicht dringend notwendigen queer-feministischen Revolution in knalligen Farben, einprägsamen Liedern und schnellen Gesprächen unter Freunden und Kakerlaken strömten auf uns ein. Nach dem Probendurchlauf durften wir Schüler aus den Klassen 10 und 11 noch Fragen stellen und Feedback zum Gesehenen stellen. Obwohl bereits drei Tage später die Premiere von „Was fehlt? Die große Show über das, was bleibt“ stattfand, integrierte das Team sogar noch ein paar unserer Anregungen. Das Premierenpublikum musste wegen des Hygienekonzeptes der „Insellösung“ am tjg natürlich viel kleiner als gewöhnlich ausfallen. Wir haben uns sehr bemüht, es mit unserem dicken Beifall auszugleichen.